Jumboframes – Gigabit-Ethernet


Heutzutage sind sie ja schon sehr gängig, Gigabit Netzwerkkarten in Rechnern und die Gigabit Switches sind mittlerweile auch bezahlbar.

Nun stellt sich wie immer die Frage: Kann man da noch etwas optimieren?

In der Regel gilt: Man kann!

Um mich kurz zu halten – hier meine Variante des Netzwerkfluß-Tunings:

Die Übertragungsgeschwindigkeit wird durch den MTU Wert der Netzwerkkarte definiert.

Dieser Wert definiert also die maximale Rahmengröße für die jeweilige Verbindung.  Der ein oder andere kann sich vllt. an einen geänderten MTU Wert für die DSL Verbindung erinnern. Dort hat man, um die Fehlerrate gering zu halten, den MTU Wert von 1500 auf 1492 gesenkt.

Zweifelsfrei ist also ein MTU Wert von 1500 der gängige Standard fürs 10/100 Ethernet.

Wie schaut das nun beim Gigabit aus?

Hier kann man, davon muss man ausgehen, den Wert erhöhen um eine bessere Nutzung der möglichen Übertragungsleistung zu erzielen.

Es wird auf manchen Seiten von einem MTU-Wert von 9000 gesprochen, dies ist natürlich eine imense Vergrößerung und dürfte der „Anschlag“ im Gigabit-Bereich sein. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass es sich um ein homogenes Gigabit-Netz handelt, d.h. alle Geräte mit solchen Frames umgehen können.

In meinem persönlichen Fall möchte ich ein NAS per Crossover-Gigabit-Leitung an einen Server anbinden, natürlich mit maximalem Durchsatzvermögen.

Im Webinterface des NAS’s kann ich in diesem Fall die Jumboframes aktivieren und nach einem Neustart kann ich über SSH folgenden MTU-Wert dort ablesen:  7936

Ergo wird die Gegenstelle (mein Debian Server – eth1) den selbigen MTU-Wert zugewiesen bekommen.

Unter Linux/Debian kann man dies, wie im folgenden beschrieben, erreichen und vor allem auch nach jedem Neustart des Interfaces wieder automatisch setzen lassen…

Zuerst einmal wollen wir den Wert temporär setzen um die Veränderung wahrzunehmen:

ifconfig eth1 mtu 7936

Den gesetzten Wert kann man sofort via ifconfig überprüfen.

Um den Wert nun dauerhaft für diese Verbindung zu definieren, so kann man in „man interfaces“ lesen, sollte die IP Adresse statisch (static) definiert sein.

Die zusätzliche Option „mtu <wert>“  in der Netzwerkkonfiguration genügt für diesen Fall! Hier mein Beispiel:

auto eth1
iface eth1 inet static
address 192.168.200.200
netmask 255.255.255.0
mtu 7936

Dann ist es auch möglich der Netzwerkkarte über diesen Weg den MTU-Wert zuzuweisen.

Bei anderen, Red-Hat-basierenden Systemen sollte das Analog funktionieren. Ist aber ungetestet. Zudem konnte ich noch lesen, dass bei diesen Systemen der Wert auch in die  „/etc/sysconfig/network-script/ifcfg-ethX" eingetragen werden kann.

Wichtig: Der maximale MTU-Wert kann Geräteabhängig sein!! Es gibt Netgear Karten die nur eine max. MTU von 7500 erlauben. Auch von Chipsätzen mit max. 7200 konnte ich lesen.

Ich denke also, dass ein Wert von 7000 an jedem Gerät funktionieren sollte. Probiert es einfach aus oder lest die jeweiligen Herstellerspezifikationen.

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